
Quelle:
Hier muss das Lernen zur Freude werden …
Von der städtischen höheren Töchterschule zum GaT Emden - 1872
bis 1997
Festschrift zum 125-jährigen Bestehen des Gymnasiums am Treckfahrtstief
am 15.10.1997
(Hsg. von Wolfgang Henkelmann, Helmut Kohle und Regina Peters)
Die Oberstudienrätin Dr. Dora Grete Hopp wurde 1911
in Kattowitz (Oberschlesien) geboren. Ihr Vater war der Ingenieur Franz-Arthur
Hopp, er kam aus Schleswig-Holstein, ihre Mutter Emilie aus Hessen. Dr. Dora
Grete Hopp entpuppte sich schon sehr früh als außergewöhnlich
intelligentes Kind. 1929 legte sie im Alter von 19 Jahren das Abitur ab. Lehrerin
wollte sie werden, ein Studium ergreifen, das ihr die Welt der Sprachen und
Geschichte eröffnete, einen Beruf ausüben, der sie unabhängig
machte. So wollte es auch ihre Mutter Emilie. Sie war eine arbeitsame und strebsame
Frau, die es bereits Anfang des Jahrhunderts aus eigener Kraft schaffte, sich
als Buchhalterin ein selbstständiges Leben zu erwirtschaften. Tapfer, gütig,
selbstlos sei sie gewesen, so schrieb die spätere Stifterin aus Emden es
in Verehrung für ihre Mutter nieder. Emilie Hopp starb 1940 im Alter von
67 Jahren in Haspe, wo sie zeitweise gelebt hatte.
Nach dem Studium und der Lehrerausbildung kam Dr. Dora Grete Hopp 1952 zur damaligen
Oberschule für Mädchen nach Emden. Strenge Maßstäbe und
unbedingte Wahrheitsliebe kennzeichneten ihre pädagogische Arbeit.
Dr. Dora Grete Hopp war auch eine Frau, die sich nicht scheute, auf dem Markt
um jeden Groschen zu feilschen, die Bücher im Geschäft eher auszuleihen
versuchte, als sie zu kaufen, die sich kaum eine Anschaffung für ihre Wohnung
gönnte und sich bescheiden kleidete. Da war aber auch die Dr. Dora Grete
Hopp, die den begabten und mittellosen Studenten sechs Jahre lang 1.000,00 DM
aufs Konto überwies. Über beträchtliche Mittel verfügte
sie schon damals, diese stammten aus verschiedenen Ersparnissen und den Verkäufen
von Grundstücken.
Trotz ihres Reichtums blieb Dr. Dora Grete Hopp bis zu ihrem Tod eine unscheinbare
Erscheinung, die abgeschieden in ihrer kleinen Wohnung lebte, umgeben von wenigen
Erinnerungsstücken, zwischen Büchern und Zeitschriften, aus denen
sie ihren Wissensdurst bis in die letzten Tage stillte. Bis zum Ende ihres Lebens
blieb ihr die tiefe Liebe zur Mutter. Dr. Dora Grete Hopp starb am 29. Juli
1987 in Emden und fand ihre Ruhestätte neben ihrer Mutter auf dem Friedhof
der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Hagen/Haspe.
Seit dem Jahre 1966 wurde Frau Dr. Dora Grete Hopp durch den Steuerberater Hermann
Thomssen aus Emden in wirtschaftlichen und steuerlichen Angelegenheiten beraten.
Am 20.06.1986 wurde nach vielen Überlegungen die testamentarische Verfügung
und die freie Entscheidung über die Errichtung der Emilie-Hopp-Gedächtnisstiftung
zum Gedenken an ihre Mutter getroffen. Testamentarisch berief Frau Dr. Dora
Grete Hopp den Steuerberater Hermann Thomssen und dessen Sohn Dr. Lutz Maria
Thomssen sowie den Bankprokuristen Manfred Eckerle auf Lebenszeit in den Vorstand
der Stiftung, dem auch der jeweilige Schulleiter des Gymnasiums am Treckfahrtstief
und sein Stellvertreter während ihrer Amtszeit angehören sollten.
| Die
Stifterin, |
Die Testamentseröffnung erfolgte am 08.10.1987 beim
Amtsgericht Emden. Am 14.06.1988 erteilte die Bezirksregierung Weser-Ems die
Genehmigung zur Errichtung der Stiftung. Im September 1988 erfolgten die ersten
Entscheidungen über die Vergabe von Mitteln, danach erfolgt jeweils im
März satzungsgemäß eine entsprechende Vergabe von Stiftungsmitteln.
Mittelbarer und ausschließlicher Zweck der selbstlos tätigen Stiftung
ist es, mit den Erträgnissen des Stiftungsvermögens Schülerinnen
und Schüler des Gymnasiums am Treckfahrtstief in Emden zu fördern.
Am 01.12.1994 hat der Vorstand der Emilie-Hopp-Gedächnisstiftung eine erste
Änderung der Satzung dahingehend getroffen, dass dem Schulträger Zuschüsse
zum Erwerb von Geräten und Ausstattung für das Gymnasium am Treckfahrtstief
gewährt werden können.
Insgesamt wurden in der Zeit von 1988 - 1997 rund 500.000 DM an Fördermitteln
durch die Stiftung gewährt.
Aus Anlass des 20. Todestages der Stifterin fand im Juli
2007 ein Pressegespräch des Stiftungsvorstandes mit Vertretern der Ostfriesen-Zeitung
und der Emder Zeitung statt.
Lesen Sie hier die Berichte der Ostfriesen-Zeitung
und der Emder Zeitung.
Zum aktuellen Stand der Förderung durch die Emilie-Hopp-Stiftung
von OStD Wilfried Kracke, Schulleiter des GaT
Auch im Jahr 2009 war es möglich, Schülerinnen
und Schüler des Gymnasiums am Treckfahrtstief Emden zu fördern. Der
Vorstand beschloss, mehrere Schüler auf Antrag der Eltern mit
monatlichen Zuschüssen und mehrere Schüler einmalig mit Zuschüssen
für Klassen-, Studien- bzw. Austauschfahrten finanziell zu unterstützen.
Insgesamt belief sich die Fördersumme der Einzelförderung
von Schülern im Jahr 2009 auf ca. € 6.500,00.
Darüber hinaus wurden die restlichen Einnahmen aus den Zinserträgen
der Stiftung für verschiedene Zwecke der Schule verwendet.
Die Stifterin – Frau Dr. Dora Grete Hopp – hat nämlich testamentarisch verfügt, dass es Zweck der Stiftung sein soll, vordringlich die Einzelförderung von Schülern des GaT Emden zu ermöglichen.
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Seit Ende der 80er Jahre wurden Schülerinnen und
Schüler – wie testamentarisch festgelegt – finanziell unterstützt.
Insgesamt betrug die Fördersumme bisher rund € 390.000,00.
Es wurden davon auch einige Projekte an der Schule gefördert (z.B. Anschaffung
einer Computeranlage für Schüler, Neugestaltung der Bibliothek, Bau
der Beachvolleyball-Anlage, Medienausstattung der Schule etc.). Somit hat sich
die Emilie-Hopp-Stiftung als äußerst segensreich für das Gymnasium
am Treckfahrtstief Emden ausgewirkt und der Vorstand ist der Stifterin –
Frau Dr. Dora Grete Hopp – zu großem Dank verpflichtet.
Der Grundgedanke, auch finanziell schlechter gestellten begabten Schülern
einen höheren Schulabschluss zu ermöglichen , wird deshalb im Sinne
der Stifterin konsequent durchgesetzt. Vor allem gilt dies für die unverschuldet
in Not geratene Schüler.
Ebenso entspricht die Einzelförderung für Klassen- / Studienfahrten
unserem schuleigenen Prinzip, dass allen Schülern die Teilnahme an solchen
Fahrt ermöglicht wird; d.h. finanzielle Gründe sollten kein Grund
für eine Nichtteilnahme sein.
Nebenbei sei bemerkt, dass die Stadt Emden ebenfalls von den Fördermitteln
profitiert, wenn Bereiche der Ausstattung der Schule von der Stiftung finanziert
werden.
Nur die Erziehungsberechtigten von Schülerinnen
und Schülern des Gymnasiums am Treckfahrtstief können finanzielle
Unterstützung durch die EHS beantragen.
Es genügt ein formloser Antrag mit einer Begründung, warum eine Förderung
durch die EHS beantragt wird.
Außerdem sind aktuelle Verdienstbescheinigungen beizufügen.
Der Antrag kann einmal im Schuljahr bis spätestens Februar über das Sekretariat
des Gymnasiums am Treckfahrtstief bei der Emilie-Hopp-Stiftung eingereicht werden.
Die Fördermittel werden satzungsgemäß im März eines jeden Jahres vergeben.



