
Warschau, April 2007
Fotos: FGä/Sw
Vom 12. - 20.04.2007 besuchte eine Schülergruppe aus dem Jg. 9 im Rahmen eines „Französischaustausches der besonderen Art” das , die französische Schule in Polens Hauptstadt Warschau.
Auf dieser Seite finden Sie kurze Berichte und einige Fotos vom Aufenthalt in Polen.



Nach einer erholsamen Nacht und dem ersten Einblick in die polnisch-französische
Kultur treffen wir nun endlich wieder die Anderen mit ihren Austauschpartnern
vor dem Schulgebäude. Verteilt werden zahlreiche "bisous". Schließlich
läuft der Emder Teil durch die Schule auf der Suche nach einem freien Klassenzimmer.
Endlich einen gefunden, wird der Tagesablauf besprochen. Da es keine Probleme
in den Gastfamilien gibt, nehmen wir die nächste Straßenbahn in die
Altstadt. Als wir aus der überfüllten Bahn ausgestiegen sind, stellen
wir geschockt, aber auch irgendwie belustigt fest, dass die gesamte Gruppe schwarz
gefahren ist. *Hoppla....*
Nachdem wir dann drei äußerst spannende (*hust*) Schlösser besichtigt
haben, laufen wir zurück zum Viertel, in dem auch die Schule liegt und
schlendern alle (ohne Lehrer) in den nahen Park. Bei herrlichem Sonnenschein
und gefühlten 30° im Schatten machen wir uns das erstmal so richtig
schön chillig. Lehrerfreie Zone ;-)
Nach nur einer Stunde "Freizeit" müssen wir aber leider wieder
zurück zur Schule, um unsere "Corres" abzuholen. Anschließend
geht dann jeder seinen Weg und der erste Tag in Polen neigt sich dem Ende zu.
Julia, Nora ,Hilke und Linda
Von der Besichtigung der königlichen Residenz am Vortag
konnten wir uns bei einem Picknick auf einem Reiterhof am Stadtrand von Warschau
erholen.
Beim allgemeinen Ballspielen und Chillen lernten sich beide Seiten besser kennen,
dabei wurde deutlich, dass dies ein multinationaler Austausch war. Dies hinderte
jedoch nicht daran sich zu unterhalten und Freundschaften zu schließen.
Am Nachmittag und Abend verbrachte jeder die Zeit in seiner Familie. Abends
gingen die meisten jedoch in die Stadt oder auf Partys .
Am Sonntag wurde die Zeit tagsüber wieder in den Familien verbracht. Am
Abend gingen wir in die polnische Staatsoper um uns einige Ballettstücke
des bekannten polnischen Komponisten Szymanowski anzusehen.
Die Meinungsumfrage danach über die Stücke die uns geboten wurden,
ergab, dass ca. 12% der deutschen Schüler es sehr gut gefallen hat, während
23% es schrecklich fanden. Die Mehrheit jedoch fand es gut bis mittelmäßig.
Am Montag hatten wir das glück, mit unseren "corres"
die Synagoge zu besichtigen und jüdischen Männern beim Gebet zuzuschauen.
Bei der Führung durch die Synagoge wurde uns alles mögliche über
sie erzählt, wie z.B., dass die Synagoge seit 1902 besteht und nur 20%
restauriert wurde.
Nach dem Besuch auf dem Gelände des Warschauer Ghettos besichtigten wir
einen jüdischen Friedhof, der ganz anders ist als die Friedhöfe, die
wir kennen. Die Gräber werden nicht mehr gepflegt und das einzige, was
man sieht, sind nur Grabsteine, die so weit aneinander gereiht sind, dass nur
wenig Platz zum Laufen ist. Im Gegensatz zu deutschen Friedhöfen werden
die Gräber auf dem jüdischen Friedhof mit Steinen "geschmückt"
anstatt mit Blumen. Mme Kochankiewicz hat uns die Symbole auf den Grabsteinen
erklärt.
Leonie , Lisa und Hilke
Dienstag hatten wir dann mal wieder das Glück etwas mit
unseren Corres zu machen. Und zwar durften wir das schöne Schulleben einer
französischen Schule mitten in Polen genießen. Das ganze Programm
mit 55 min. pro Unterrichtsstunde und so. Aber dafür hatten wir nachmittags
dann auch vier Stunden Freizeit. So als Entschädigung ;-)
Abends mussten wir dann nochmal in die Schule, weil für die deutschen Schüler/innen
(für uns) eine Abschiedsfeier organisiert wurde. Zu der Feier kam sogar
die Schulleiterin. Nur wegen uns, versteht sich ;-)
Das waren sie also: Zwei Tage in Warschau
Leonie , Lisa und Hilke
Krakau, die schönste Stadt Polens? Da sind die Meinungen
ziemlich gespalten. Die meisten wollen wieder zurück nach Warschau zu ihren
"Corres". Mit einem letzten Blick auf die traurigen Blicke der Gastfamilie
stiegen wir in den Zug ein, der uns nach Krakau bringen sollte. Im Zug selber
war die Stimmung geteilt. Einige waren müde und andere wollten weder nach
Krakau noch nach Hause. Sie wollten dort bleiben. Nach ca. 3 Stunden und ungefähr
300 km zurückgelegter Zugfahrt kamen wir erschöpft in Krakau an. Schock!
Mit dem schweren Gepäck mussten wir nun 25 min. zum Travellers Inn Youth
Hostel, unserer "Jugendherberge", laufen. Fazit: Rotgebrannte Hände
und erschöpfte Schüler.
Noch ein Schock! Es gab zwei Duschen für 19 Leute und zwei weitere Gäste.
Es gab einen "Chillout-Raum" mit PC, Musikanlage, Sofa und vielen
Stühlen. Am Mittag, nachdem wir unser Gepäck aufs Zimmer transportierten,
gingen wir in die Krakauer Altstadt und besichtigten die berühmte gotische
Marienkirche! Fazit: Schönes Gebäude und die Fenster sehr groß
und kreativ gestaltet und in Farben, die anderen Gotteshäusern überhaupt
nicht ähnlich sind: Gold, Blau und Rot! Da fragt man sich: Wie lange werden
die wohl dafür gebraucht haben?
Danach bekamen wir Freizeit. Nach circa drei Stunden kamen so allmählich
die Leute an den Treffpunkt. Also zurück zur Jugendherberge. Ein wenig
erschöpft kommt man in der altaussehenden Straße an und steht vor
dem finsteren Gebäude des "Travellers". Nach circa 2 Stunden,
am gleichen Abend, gingen wir noch ins ehemalige jüdische Viertel, wo wir
3 Stunden Freizeit bekamen und uns in Pizzarien und Kneipen vergnügten.
Am nächsten Morgen Blockaden vor den beiden Badezimmern und sehr wenig
Platz in der Küche. Danach ging es in das ehemalige Konzentrations- und
Vernichtungslager Auschwitz.
Nach Auschwitz waren alle geschockt und müde und die restliche Fahrt sehr
schweigsam. Ina und Lisa hatten dann die Idee -Die "perfekte" Idee.
Es sollte heute Abend gekocht werden. Deshalb muss man dafür einkaufen.
Also die Zloty in die Hand genommen, 4 Packungen Nudeln und Fertigsaucen für
ca. 12 Zloty, das heißt jeder musste ungefähr 25 Cent bezahlen.
Aber auch für die am nächsten Tag bevorstehende 15-stündige Fahrt
musste eingekauft werden! Also noch irgendetwas, das lecker aussah und das man
vielleicht von zu Hause kannte, wurde geschnappt und an der Kasse bezahlt.
Zurück im "Travellers" Verzweiflung in der Küche: Der Topf
war viel zu klein und bei den Tellern und dem Besteck musste improvisiert werden.
Man aß mit Gabeln und Löffeln (eigentlich ganz normal) oder auch,
wenn man das große Pech hatte, mit Teelöffeln. Trotzdem gut gekocht
, Nora und Hanna!
Nach dem Essen kam der große Abwasch: Linda und Wilko hatten die A***-Karte
gezogen. Alle sind müde und fertig.
Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen und um 7 Uhr bei leichtem
Regen zum Bahnhof laufen. 15 Stunden Zugfahrt standen uns nun bevor! Trotzdem
eigentlich ganz gut!
Na ja..., das war’s von uns,
Hanna und Ulrich
| Auschwitz
„Wir sind da.“ Nach der 1 1/2-stündigen
Fahrt steigt die Austauschgruppe vom GaT aus dem Bus. Betretenes Schweigen
und ängstliche Blicke. Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz
liegt unmittelbar vor uns. Allein die Vorstellung, dass über 1 Millionen
Juden, Sinti & Roma, Polen usw. hier hertransportiert wurden und nie
wieder das ehemalige Kasernengelände verlassen haben, lässt einen
erschaudern. Es ist ein unbehagliches Gefühl, unter dem großen
Eisentor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ hindurch
zu laufen. Die vielen noch original erhaltenen Steinbaracken wurden von
innen mit Fotos und Berichten ausgestattet. Ebenso sind die notdürftigen
Schlafräume, die mit Stroh(-säcken) ausgelegt sind, und die unhygienischen
Sanitärbereiche zu sehen. |
| Ein Bericht ohne Fotos
Am 19.04. 2007 waren zum ersten Mal Schülerinnen
und Schüler des GaT in Auschwitz, dem schrecklichsten Ort der deutschen
Geschichte. |
