
Nice, 21 – 28 avril 2010
10 Mädchen und sechs Jungen des Jahrganges 9 haben an dieser Studienfahrt teilgenommen.
Die Gruppe des GaT war eingeladen von Henri Koen, Mathematiklehrer am Lycée Massena in Nizza. (In Zusammenarbeit außerdem mit Patrice Morello, einem Geschichtslehrer der Schule Don Bosco,in deren Internat vier Jungen der Gruppe untergebracht waren)
Im April 2009 hatte eine Gruppe von 13 Mädchen und einem Jungen am Marsch der Lebenden/Marche des Vivants, in Auschwitz teilgenommen, integiert in die große Gruppe der etwa 900 französischen Jugendlichen.
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Polen, kurz vor der Abfahrt, sprach mich Henri Koen, ein Teilnehmer einer Erwachsenengruppe an. Er sagte, er habe uns GaTler die ganze Zeit über beobachtet, bei der Veranstaltungsleitung Informationen über uns eingeholt und sei sehr beeindruckt vom Verhalten und Wissen unserer Schüler.
Deshalb habe er Lust, auch mit dem GaT zu arbeiten.
Dann ein kurzer Dialog „Qu'est-ce que je peux faire pour vous/ Was kann ich für Sie tun ?”
Meine Antwort „Ouvrez-moi des portes à Nice./Öffnen Sie mir Türen in Nizza“.
„C’est promis/versprochen“.
Dann fuhr unser Bus los.
Einige Wochen später bekam ich eine E-mail von ihm, in der er deutlich machte, dass er sein Versprechen ernst gemeint habe und lud mich ein, mit einer Schülergruppe nach Nizza zu kommen.
Eine schöne Geschichte, eine beeindruckende Reise, ein gläubiger Jude spricht in Auschwitz eine deutsche Lehrerin an, um Schüler ihrer Schule nach Nizza einzuladen.
Sechs der Mädchen waren in jüdischen Familien untergebracht.
Heureux qui comme Ulysse a fait un beau voyage.
Maria Gärtner
Départ en car Nordseehalle 19h, arrivée à Nice 12h00
Visite guidée da la vieille ville, plage, colline du château
Um 19:00 Uhr, am 20.04. ging es los. Aufgrund der Aschewolke mussten wir leider mit dem Bus fahren, anstatt, wie geplant, nach Nizza zu fliegen. Trotzdem waren alle schon gespannt auf die Reise und malten sich aus, wie Nizza wohl aussehen würde. Wir 10 Mädchen und sechs Jungen kommen drei verschiedenen Klassen, der 9f1,9f2 und der 9fl. Die 17-stündige Fahrt war glücklicherweise besser als wir alle erwartet hatten, es war zwar anstrengend, aber auch sehr lustig. Hinzu kam noch das Auswendiglernen des „chant de partisans“ dem Lied französischer widerstandkämpfer während des zweiten Weltkrieges, da wir das bei einem Treffen für Herrn Gottlieb singen sollten . Nach der langen und anstrengenden Fahrt kamen wir endlich um 12h30 an der Schule „Don Bosco“ an , die gleichzeitig auch die Unterkunft von vier unserer Jungs war. M.Koen , der die Reise zusammen mit Frau Gärtner organisierte , hieß uns herzlich willkommen. Nach der Begrüßung brachten wir erst einmal unsere Koffer in die Schule und startete dann einen kleinen Stadtrundgang , der auch durch die schöne Altstadt Nizzas führte. Wir waren alle sehr beeindruckt und das tollste an diesem Tag war der Strand , als wir ihn sahen , waren alle hin und weg . Zwei Jungs wagten sich sogar in das kühle Wasser und badeten . Danach stiegen wir noch auf den Hügel über der Stadt, auf dem früher eine Burg stand. Von dort genossen wir den schönen Ausblick auf die Altstadt, den Strand und den Hafen.
Am Abend ging es dann in die jeweiligen Gastfamilien, was hieß, dass sich die Gruppe trennen musste . Angekommen in den Familien, redeten und lernten wir uns erst besser kennen. Doch wegen der anstrengenden Busfahrt waren wir sehr müde und legten uns schon früh schlafen .
Pia,Maya und Paulina
Don Bosco, 10h à 12h cours d’histoire avec la troisième de M Morello
14h Gare routière de Nice, départ pour Grasse
16h visite du musée de la parfumerie, visite guidée en allemand
retour à Nice, gare routière vers 19h
Um 10 Uhr hat sich unsere Gruppe vor Don Bosco getroffen. Alle waren sehr gespannt, zu wissen, wie die erste Nacht bei unseren Austauschfamilien „gelaufen“ ist. Danach haben wir an einer Unterrichtsstunde mit einer „troisième“, einer 9. Klasse, teilgenommen. Nachdem sich jeder vorgestellt hatte und die vielen Fragen, die es zwischen den Franzosen und uns gab geklärt waren, war die ursprüngliche Geschichtsstunde auch schon fast vorbei.
Danach hatten wir Freizeit, die aber für einige doch kürzer als geplant war, da der Bus nicht unsere ganze Gruppe auf einmal transportieren konnte, sondern zweimal fahren musste. Als wir in Grasse ankamen, ging es auch gleich weiter zu dem berühmten Parfümerie- Museum, bei dem wir an einer deutschen Führung teilnahmen. Uns wurde erklärt, wie Parfum hergestellt wurde und wird und welche Bedeutung es zu welcher Epoche hatte. 2 Stunden später ging es wieder mit „einem riesigen Berg“ Duftproben zurück in einen überfüllten Bus nach Nizza. Vor Don Bosco warteten dann auch schon unsere Austauschfamilien , um uns nach Hause zu bringen.
Jasper Loger
9h à 12h : Don Bosco, visite du LEP avec M Pierre Odello
quartier libre
15h30 visite guidée du musée Chagall
(visite de la cathédrale russe)
Don Bosco, LEP
Am Freitag Vormittag besuchten wir das LEP von Don Bosco.
Ein LEP (Lycée d’Enseignement Professionnel)
Ist eine Schulform, die es in Deutschland nicht gibt, Berufsschule und Ausbildungsplatz zusammen.
Das Besondere am LEP von Don Bosco ist, dass dort gezielt in Berufssparten ausgebildet wird, für die es einen Arbeitskräftemangel in der Region gibt. Wer also dort seine Ausbildung
(3 Jahre, ab der 10. Klasse) abschließt, bekommt mit Sicherheit einen Arbeitsplatz.
So fehlen in der Gegend z.B. Mechaniker zur Reparatur und Wartung von Maschinen, die beim Straßenbau eingesetzt werden. Also bildet das LEP speziell solche Mechaniker aus.
Danach zeigte und Henri Koen „seine“ Schule, das Lycée Massena, an dem er seit mehr als 30 Jahren Mathematik unterrichtet für Schüler, die sich nach dem Abitur zwei Jahre lang auf besonders anspruchsvolle Universitäten vorbereiten.
Am Nachmittag besuchten wir das Chagall-Museum. Der Künstler hat lange in Nizza gelebt, den Bau des beeindruckenden Museums mitgestaltet und viele seiner Bilder selbst aufgehängt.
Maria Gärtner
Sabbat
Der jüdische ‚Sonntag‘ gibt mit Sicherheit für viele GaTler eine Wissenlücke auf. Wann feiert man Sabbat? Was macht man dann? Ist das etwas wie unser ‚Sonntag‘? Mit all diesen Fragen durften wir Emder Nizzeraner uns beschäftigen, zumindest ein Teil von uns. Denn 6 von den 16 Reisenden wurden in jüdischen Familien herzlichst aufgenommen.
Sabbat feiert man ab dem Sonnenuntergang am Freitag und er dauert an bis zum Sonnenuntergang am Samstag .
Der Freitagabend rückte näher und näher und ehe man sich versah, trudelten wir nach einem wieder mal anstrengenden Tag in unseren Familien ein. Wir waren alle aufgeregt und gespannt, was uns erwarten würde.
Begrüßt wurden wir wie immer herzlich, doch man sah unseren Gastgebern die ‚Feierstimmung‘ sofort an. Henri, unser Gastvater, wie auch seine Frau, waren aus ihrer Alltagskleidung geschlüpft und trugen elegantere Kleidung. Also versuchten auch wir das beste anzuziehen, was sich in unserem Klamottenberg auftat. In Bluse und vernünftiger Hose ging es nach unten, wo uns zwei Nachbarinnen vorgestellt wurden. Frau Gärtner und Herr Dr. Benner waren an diesem Abend ebenfalls da.
Der Sabbat ist vor allem Ruhetag.
Die Regel, dass man am Sabbat weder einen Lichtschalter berühren, Telefonieren und ähnliches, noch ‚Feuer machen‘ darf (sprich: Herd usw) war für uns kein großes Problem. Das Licht wurde über einen Zeitschalter angelassen, das Essen auf einer Wärmeplatte warm gehalten und telefonieren hätten wir zur Not in unseren Zimmer gekonnt. In unseren Zimmern war uns sowieso alles gestattet.
Natürlich würden all diese Regeln aufgehoben werden, wenn es um etwas sehr wichtiges, wie z.B. die Gesundheit gehen würde.
Wir saßen nur einen kurzen Augenblick am Tisch, dann bat man uns aufzustehen. Henri, der Hausherr, begann jüdische Liedtexte auf Hebräisch zusprechen, in denen er unter anderem seiner Ehefrau dankt und ihr sagt, es gebe sicher viele gute Frauen , aber keine sei perfekt so wie sie. Das hat uns sehr beeindruckt, da wir solche Sätze in Deutschland nicht oft hören.
Man erklärte uns alles und nahm uns damit die Angst etwas falsch zumachen.
Nach einigen Texten durften wir uns setzen und dann ging jeder von uns in die Küche und wusch sich die Hände in einem Krug. Ab dem Moment sprach keiner von ihnen mehr, hätten wir sie etwas gefragt, so hätten sie uns keine Antwort gegeben. Um niemanden zu stören, taten wir es ihnen gleich und blieben still auf unseren Plätzen sitzen.
Und wieder begann Henri Liedtexte zu singen. Er bekam von seiner Frau ein Glas mit Wein, er schien es in seinen Gebeten zu ‚segnen‘, dann trank er ein Schluck davon und schüttete jedem von uns ein wenig in das eigene Glas, danach tat er das gleiche Verfahren mit einem Brot, das jede Hausfrau ein wenig anders zubereitet. Er salzte es und gab jedem ein Stück. Die ganze Zeit über sprach er Gebetsexte. Nach dem Brot und dem Wein war für uns auch die „Sprechpause“ aufgehoben.
Dann wurde das Essen verteilt. Es gab viel. Sehr viel. Sehr, sehr, sehr viel. Vorspeisen fremdländischer Art, rohe und gekocht Artischocken, Couscous, verschiedene Fleischsorten mit viel Gemüse. Und natürlich immer wieder das selbstgebackene Brot.
Wir waren uns alle einig: So viel, wie an diesem Abend, hatten wir noch nie gegessen.
Beim Essen wurde die Stimmung lockerer, unsere Befürchtung, etwas falsch zu machen, verflog, es wurde gelacht, erzählt und natürlich gegessen. Sowieso war die Atmosphäre in keinem Moment angespannt, wenn man bedenkt, dass wir die ersten ‚Nicht-Juden‘ , Ausländer und dann auch noch Deutsche waren, die den Sabbat im Haus der Familie Koen miterleben durften.
Das Essen zog sich über zwei Stunden hin, dann wurde erneut ein Text gesprochen, der das Sabbatessen abschloss.
Wir bedankten uns für diesen sehr interessanten Abend und fielen todmüde in unsere Betten.
Als wir am nächsten Abend von unseren Aktivitäten nach Hause kamen, wir mussten im Übrigen mit der Tram fahren, weil am Sabbat kein Auto gefahren wird und grundsätzlich nicht gearbeitet wird, war der Sabbat beinahe vorüber.
Sabbat feiern Juden, um für 24 Stunden völlig aus dem eigentlichen Leben heraustreten zu können. Sie wollen in dieser Zeit abschalten, ihren Glauben praktizieren, der ebenfalls mit einem Synagogenbesuch verstärkt wird und in dieser Zeit nicht arbeiten. Im Alltag leben sie bis Mittwoch mit dem Gedanken an den vergangenen Sabbat, ab dann mit dem Blick nach vorne, zum nächsten Sabbatfest.
Wir sind sehr dankbar für diese Erfahrung, denn sie hat uns viel mehr beigebracht, als es Schule jemals könnte.
Kaja
MONACO, départ de la gare routière à 9h, retour vers 19h
Visite de la ville, de 14h à 17h30 visite et activité dans le Musée océanographique
Früh morgens und für die meisten nach einer viel zu kurzen Nacht, ging es mit dem Bus nach Monaco. Nach circa einer Stunde Fahrt kamen wir in dem Staat an, der für seinen Reichtum bekannt ist, Monaco. Steffi führte uns durch einige Straßen, vorher am Casino von Monaco vorbei und am Hafen.
Es folgte ein Spaziergang, der einem strammen Marsch ähnelte, zum Fürstenpalast, der auf einem Berg liegt. Dort angekommen hatten wir Freizeit, doch wir merkten schnell, dass man sich zum Ausruhen auf eine Bank setzen muss. Ein Wachmann machte uns darauf aufmerksam, dass das Liegen auf dem Boden nach einem Aufstand aussieht.
Um kurz vor 12 konnten wir vor die Wachablösung verfolgen, die jedoch nicht sonderlich spektakulär war und mehr wie eine einstudierte Nummer wirkte.
Wir gingen nach einer guten Stunde ein Stück weiter zum Musée Océanpgraphique, wo uns eine Vielzahl an Fischen aus allen Weltmeeren geboten wurde.
Danach konnten wir in einem "Streichelbecken" Meeresbewohner anfassen begreifen.
Wer kann schon sagen, einen vor kurzer Zeit geschlüpften Hai gestreichelt zu haben!
Mit dem Bus zurück nach Nizza ging ein schon wieder anstrengender und schöner Tag zu Ende.
Jelto
9h départ de la gare routière pour Antibes, 10h Musée de Picasso
visite de la ville, pique- nique face à la mer, plage
Biot l’après- midi, visite du village et des ateliers des souffleurs de verre
Der Tag begann mit einer schon fast beängstigend ruhigen Busfahrt nach Antibes, welche sonst meistens im Stehen und in Hektik statt fand . Auf dem Plan standen vorerst 2 Ziele: Die Besichtigung des Picasso-Museums und danach eine angenehme Abkühlung im schönen Mittelmeer!
Als wir uns nun am sonnigen Vormittag auf den Weg zum Museum machten, waren wir in aller Eile so früh, dass wir uns einen Einblick von einem französischen Markt verschaffen konnten. So einen Markt kann man sich wie den Wochenmarkt in Emden vorstellen, jedoch um einiges größer und interessanter. Nach einem ca. einstündigen Aufenthalt, machte sich so langsam auch der Letzte auf den Weg zum Museum und versprach sich schon im Vorfeld viel Sehenswertes… Dort angekommen hielt die Expertengruppe einen kleinen Vortrag, und vermittelte ein wenig Basiswissen über den Künstler und seinen Stil. Im Anschluss folgte der, höflich ausgedrückte, „dürftige“ Rundgang. Genau genommen war das so genannte Museum ein Reinfall, denn wegen Umbauarbeiten war der größte Teil der Picassosammlung nicht ausgestellt. Die darauf folgende Strandpause bügelte aber den schlechten Eindruck von Antibes voll aus!. Es war ein schöner Aufenthalt mit allen Extras: Ein René der halbe Findlinge aus dem Meer ausgrub um damit tote Quallen in Staub zu verwandeln (ein echter Zauberer ;) ) und das Erlebnis vom Strand aus schneebedeckte Berggipfel zu sehen, und das vom Wasser aus.. Wie gesagt ein toller Aufenthalt! Der Abschied vom Strand viel allen schwer, denn es sollte wohl das Schönste an diesem Tag bleiben, denn nun folgte eine Busfahrt nach Biot und der darauf folgende „Marsch“ zu den Glasbläsern, die wir besichtigen wollten,die jedoch aufgrund des Wochentages, nämlich Sonntag, nicht anwesend waren und wir unseren „Marsch“ fortsetzten, welcher uns auf die Fährte einer alten , seit dem 16ten Jahrhundert erhalten Stadt brachte , die jedoch für einige wenige eine Horrorstadt war, da der Weg zwar hart und beschwerlich war , sich jedoch lohnte - ein besinnliches, ruhiges Örtchen. Nach einem kurzen Aufenthalt , wo sich jeder noch einmal stärkte, ging ´s auch schon wieder los Richtung Bushaltestelle und das Grauen nahm seinen Lauf… Es musste ausnahmslos jeder stehen und der Bus Platze aus allen Nähten, die Luft lud ein zum Ersticken und wir hatten zwei Reisekranke Passagiere an Bord. Doch das war nicht genug. Nach etwa „ganzen“ 5 Minuten Fahrtzeit steckten wir im Stau… Man stellt sich das nun am besten wie eine verdichtete Ölsadinendose auf der Straße vor. Ein Erlebnis , welches ich keinem wünschen möchte. (Allerdings kostet in der Gegend von Nizza jede Busfahrt auch nur 1 Euro !) Jedoch nahmen wir es, wie so vieles an diesem Tag, mit Humor, denn schließlich nahm auch diese „ Stop and Go“- Busfahrt ein Ende und alle kamen erschöpft in ihren Familien und Schlafräumen an. Wahrscheinlich folgte eine tiefe Nacht mit allerhand Träumen und es bleibt eine Hand voll lustiger und schöner Erinnerungen!
Gerrit
Musée de Matisse 10h
Déjeuner à la cantine de Don Bosco
Quartier libre
9h à 10h30 visite guidée (par Mme Joëlle Valante) de la synagogue et de la vieille ville juive.
11h visite au Lycée Massena, programme organisé par M. Olivier Cervera
déjeuner à la cantine de Massena
Rencontre avec un témoin de la Shoah, M .Charles Gottlieb
Dîner sur la plage
Unsere Nizzafahrt war durch viele Einblicke in das jüdische Leben geprägt, so stand es außer Frage, dass wir ebenfalls Zeitzeugen aus der Nazizeit treffen würden.
Am Dienstagmittag kamen wir also nach einem bereits langen Programm im Internat Don Bosco an. Wir hatten als Überraschung für die zwei Zeugen ein Lied einstudiert: ‚Le chant des partisans‘, das Lied der Widerstandkämpfer.
Zusammen mit einer Klasse der Schule in Nizza hörten wir uns die unfassbar grausamen Erlebnisse der zwei so unterschiedlichen Menschen an. Sie berichteten über das tägliche Versteckspiel in dem es um Leben oder Tod ging, um den versuchten Widerstand und dessen Konsequenzen à Konzentrationslager. Rebbeca ,die als Kind versteckt werden musste um nicht in die Vernichtungslager deportiert und vergast zu werden und Charles Gottlieb, der sich als 16-jähriger der Widerstandsbewegung anschloss, 1944 verhaftet, von Klaus Barbie verhört und gefoltert , im August nach Auschwitz transportiert wurde.
Es hat uns tief berührt, geschockt, gefesselt und beschämt, was unsere Vorfahren diesen Menschen angetan haben.
Keine Geschichtsstunde kann beibringen, vermitteln, welche Gefühle viele Juden oft noch heute gegen Deutsche hegen.
Was diese Menschen dort durchgemacht haben, womit sie ihr Leben lang zu kämpfen haben, kann niemand wieder gut machen, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, sich ihre Geschichte anzuhören, denn nur so kann man begreifen, was unsere Vorfahren diesen Menschen für immer zugefügt haben.
Es sind innere Wunden, die nie verheilen werden.
Zum Abschied sangen wir das bereits erwähnte Lied für die zwei Gäste, was sie sehr berührt hat.
Nach unserer Begegnung mit den Zeitzeugen liefen wir weiter zu einem ‚jüdischen Treffpunkt' –
Centre Elie Wiesel (Elie Wiesel ist ein Überlebender des Holocausts, Friedensnobelpreisträger und
Forscher zum Holocaust.
Dort waren einige Dinge aus dem zweiten Weltkrieg. Unter anderem das Buch Adolf Hitlers ‚Mein
Kampf' und viele Bilder.
Wir begannen eine Diskussion mit zwei Juden über unseren Standpunkt zu den Geschehnissen, wie
auch den unserer Eltern und Großeltern. Es wurden viele verschiedene Sichtweisen aufgetan vor
allem bei dem Thema Großeltern.
Frau Gärtner und Herr Dr. Benner mussten vieles übersetzen, aber das hinderte eine angeregte
Unterhaltung nicht.
Uns wurde nach der Begegnung mit den Zeitzeugen an diesem Tage zum zweiten Mal klar, was wir
damals angerichtet haben und welche eine Ehre es ist, dass wir trotz allem, dort anwesend sein
durften.
Man bat uns ebenfalls an, Kontakt zu gleichaltrigen jüdischen Jugendlichen aufnehmen zu können,
was einige dankend annahmen.
Kaja
Départ , vol 12h40, retour à Emden vers 18h30
Emder Zeitung 06.05.2010
Sonntagsblatt 16.05.2010