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Zum Schüleraustausch in Lyon Berichte von Teilnehmerinnen und Teilnehmern |
… Endlich war es soweit. Am 09. September 2008 startete der Gegenbesuch zu unseren Austauschpartnern, die Anfang April in Emden waren.
Wir freuten uns alle auf einen zehntägigen Aufenthalt in der drittgrößten Stadt Frankreichs. Was wir jedoch anfangs nicht so toll fanden, war der Gedanke an eine ca. 18-stündige Zugfahrt (Emden – Bremen; Bremen – Paris; Paris – Lyon).
Aber naja … die ging schneller rum als gedacht.
Am 10.09.2008 (Mittwoch) kamen wir um ca. 13 Uhr am Bahnhof in Lyon an.
Wiedersehen mit unseren „Corres”, die wir ja immerhin fünf Monate nicht gesehen hatten.
Nachmittags hatten wir dann Freizeit, die wir erst mal „zu Hause” verbracht haben, um auszupacken. Später haben sich dann einige von uns in einem Park getroffen. Ein Park (Tête d'Or) mitten in der Stadt und fast so groß wie Emden.
Am nächsten Morgen hieß es laut Plan, dass wir uns in „Salle 20” treffen, um über die Ankunft u.ä. zu sprechen. Allerdings erschien niemand und wir durften 50 Min. warten, bis wir in dem „Hausaufgabensaal” (TU) von dem Direktor und anderen wichtigen Lehrern mit Frühstück empfangen wurden.
Dann folgten zwei Unterrichtsstunden nur für uns, eine Biostunde, in der wir die DNA eines Blumenkohls isoliert haben und eine Chemiestunde, in der wir ein Verfahren zur Überprüfung der Echtheit von Lebensmittelfarben erprobt haben.
Nachmittags hatten wir dann alle wieder frei und waren alle zusammen (wir und unsere corres) in der Stadt und haben mit diesem und jenem unsere Zeit verplempert.
Am nächsten Morgen (12.09.2008) fing der Tag wieder mit „Salle 20” an. Diesmal kam aber auch jemand: „conversation française“ mit M. Salichon, anschließend eine Stunde bei dem Schulleiter, M. Sohier. Im Computerraum haben wir Aufgaben zur Geschichte und zu Sehenswürdigkeiten von Lyon erledigt. All diese „monuments“ haben wir dann im Laufe der Woche in der Stadt besichtigt.
Nachdem wir den Vormittag in der Schule verbracht haben, hatten wir von 12.25 Uhr bis 14 Uhr Freizeit, bis wir uns wiedertrafen, um das alte Lyon zu besichtigen.
Frau Gärtner hat uns vor der Führung darum gebeten, wenigstens so zu tun, als würde es uns interessieren.
Dazu muss man sagen … das alte Lyon ist wirklich ein schöner Stadtteil, aber nach einer 2-stündigen Führung (auf Französisch, wohl bemerkt) durch einen Stadtteil, in dem fast jedes Haus gleich aussieht (schön, versteht sich), neigt man dazu nicht mehr ganz soooo aufmerksam zu sein.
Aber naja … nach der Führung sind wir dann alle wieder zusammen zur Schule gelaufen, wo wir so gegen 17 Uhr ankamen und dann hatten wir WOCHENENDE!
(Hilke, Enno)
Sabbat
Am Freitag den 12.09 hatten wir die Chance den Sabbat mit unserer jüdischen Familie zu feiern. Schon am späten Nachmittag machte sich dies durch einen intensiven Duft aus der Küche bemerkbar. Vor Beginn des Essens stimmte unser Austauschpartner Dan ein hebräisches Lied an, dann sangen die anderen mit. Dan und sein Vater trugen die Kippa (Kopfbedeckung der Juden). Nachdem das Lied zu Ende war, wurde ein Glas mit Wein herumgereicht, woraus jeder einen Schluck trank. Danach setzten wir uns und jeder bekam ein kleines Stück gesalzenes Brot. Und damit begann das eigentlich Essen und der Anfang des samstäglichen Sabbats.
(Lisa, Atilay)
Le week-end …
Izieu
Am Montag, den 15.09. stand ein Besuch des „Maison d´Izieu“ auf dem Programm. Also fuhren wir zusammen mit unseren Austauschpartnern per Bus in das ehemalige Kinderheim.
Dort wurden während der Kriegszeit jüdische Kinder - unter neuer Identität - versteckt und weiter vermittelt. Trotz aller Bemühungen der 7 Erzieher, die „Kolonie“ geheim zu halten, wurden alle Bewohner, (davon 44 Kinder) bis auf einen Betreuer, der durch ein Fenster fliehen konnte, bei einer Razzia verhaftet, nach Auschwitz transportiert und ermordet.
Izieu ist heute eine Gedenkstätte sowie ein Museum, in dem zusätzlich ein Filmgezeigt wird über die Gerichtsverhandlung des für die Ermordung der Kinder verantwortlichen Kriegsverbrechers Klaus Barbie, der der Gestapo-Chef von Lyon war.
Fourvière
Am 17.09 sind wir mit der Zahnradbahn auf den Berg Fourvière gefahren, um uns die sich dort befindenden Amphitheater anzuschauen. Diese wurden im 2.Jahrhundert erbaut, zu der Zeit, als Lyon noch „Lugdunum“genannt wurde und eine bedeutende Stadt im römischen Reich war.
Insgesamt fanden in dem Theater 18.000 Menschen Platz. Heute finden noch einige Konzerte und Veranstaltungen dort statt. Außer dem Theater gibt es noch ein nahe gelegenes Museum, das über die antike Bebauung informiert.
„La peinture murale“ - Fotos > |
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L’Opéra de Lyon
Am Nachmittag des 17.09 besichtigten wir dann „L’Opéra de Lyon“, sie wurde von 1756 bis 1831 von den Architekten Antoine Marie Chenavard, Jean Marie Pollet und Jacques Germain Soufflot erbaut und um1993 von Jean Nouvel rekonstruiert. Dabei hat sich Nouvel viele Gedanken gemacht –wichtig für ihn war es, dass die Besucher im Zuschauerraum nicht abgelenkt werden und ihre ganze Aufmerksamkeit der Bühne widmen. Um sie von Anfang an in den Vordergrund zu stellen, ist die Bühne besonders beleuchtet und der Rest des Raumes in schwarz gehalten. Doch auch auf die Akustik hat Nouvel beim konstruieren der Räume viel Wert gelegt, um zu verhindern, dass sie sich durch zu viel Stoff verschlechtert, verzichtet er im gesamten Raum auf Sitzbezüge. Ein weiterer Aspekt , der diesen Zuschauerraum von denen anderer Opernhäuser unterscheidet.
In dem 12. und letzten Stockwerk des Hauses befindet sich ein Ballet-Proberaum, von wo aus man einen faszinierenden Ausblick auf den „Place de la Comédie“ (das ist der Platz auf dem sich das Gebäude befindet, er liegt ganz in der Nähe der Rhône) und auf Lyon erhält.
Auch in diesem Raum wird durch schräge, raue Wände besonderer Wert auf die Akustik gelegt.
Mehr unter http://www.opera-lyon.com/